Namibia Rundreise in 14 Tagen: Welche Route passt zu Ihnen?

Heute Elefanten am Wasserloch, morgen zwischen riesigen Granitfelsen sitzen und ein paar Tage später barfuß durch den Wüstensand laufen: In Namibia könnte ich ständig anhalten und staunen. Wenn meine Gäste nach ihrer Reise erzählen, wie oft sie unterwegs für ein Foto stehen geblieben sind, muss ich schmunzeln. Ich kenne das nur zu gut!

Aber welche dieser schönen Orte lassen sich auf einer Namibia Rundreise in 14 Tagen verbinden? Welche Stationen lohnen sich, und wo möchte man vielleicht etwas länger bleiben?

Viele meiner Kunden sind etwa zwei Wochen unterwegs. Manche möchten möglichst viel entdecken, andere genießen gerne einen Nachmittag am Pool mit Blick in die Landschaft. Beides lässt sich wunderbar planen. Am Anfang brauche ich dafür vor allem den Ankunftstag in Namibia und das Rückflugdatum. Auch mit zehn Tagen kann eine schöne Reise zu ausgewählten Höhepunkten entstehen – die Route fällt dann entsprechend kompakter aus.

Für eine rund zweiwöchige Selbstfahrerreise mag ich besonders diese Richtung: von Windhoek zunächst nach Norden, durch Etosha, weiter ins Damaraland und Erongo, anschließend an die Küste und zum Schluss zu den Dünen von Sossusvlei.

Ankommen, durchatmen und den Blick schweifen lassen – ein schöner Start in Ihre Namibia Reise

Erst einmal ankommen – am besten nahe Windhoek

Der Nachtflug ist geschafft, Namibia liegt vor Ihnen. Jetzt noch durch die Passkontrolle, Gepäck einsammeln und den Mietwagen übernehmen. Wie lange das alles dauert, weiß man vorher nie so genau. Und wie erholsam die Nacht im Flugzeug war, steht ebenfalls auf einem anderen Blatt.

Deshalb plane ich die erste Übernachtung gerne in der Nähe von Windhoek. Eine Dusche, frische Kleidung, etwas Gutes zu essen und der erste Blick in die namibische Weite: So darf der Urlaub anfangen.

Je nach Unterkunft zeigen sich vielleicht schon die ersten Tiere. Und falls Sie lieber erst einmal die Beine hochlegen möchten, verpassen Sie deswegen noch lange nicht Namibia.

Leoparden im Okonjima Nature Reserve bei Otjiwarongo

Otjiwarongo: ein Zwischenstopp, der sich lohnt

Am nächsten Morgen geht es ausgeschlafen Richtung Norden. Rund um Otjiwarongo gibt es schöne Möglichkeiten, die Reise mit ersten Aktivitäten und Tierbeobachtungen zu beginnen.

Hier passen eine oder zwei Nächte – je nachdem, was Sie erleben möchten. Wer an einer Ausfahrt teilnehmen oder die Umgebung näher kennenlernen möchte, bleibt besser zwei Nächte. Für einen Zwischenaufenthalt kann auch eine Nacht gut funktionieren.

Gerade die privaten Wildreservate bringen dabei noch einmal andere Safari-Erlebnisse in die Reise. Man muss mit den Tierbeobachtungen also keineswegs bis Etosha warten!

Eine seltene Sichtung im Etosha Nationalpark, manchmal muss man einfach Glück haben

Etosha: von Ost nach Süd auf Safari

Für Etosha plane ich gerne drei bis maximal vier Tage ein: zwei Tage an der Ostseite und ein bis zwei Tage im Süden. Ein Safaritag ergibt sich dabei schon durch die Fahrt quer durch den Nationalpark.

Sie fahren selbst, halten an den Wasserlöchern und schauen, wer gerade vorbeikommt. Vielleicht stehen Giraffen mit weit gespreizten Beinen beim Trinken, vielleicht zieht eine Elefantenherde heran. Manchmal lohnt es sich auch, einfach den Motor auszumachen und abzuwarten. Die Tiere halten sich schließlich an ihren eigenen Zeitplan.

Zum Übernachten bevorzuge ich private Lodges außerhalb des Parks, im Süden nahe der Zufahrt Richtung Okaukuejo. Atmosphäre, Komfort und Service entsprechen dort meist eher dem, was ich meinen Gästen für ihre Reise wünsche.

Und wer anschließend noch nicht genug Tiere gesehen hat: Auch an anderen Stationen warten private Wildreservate und weitere Begegnungen im Busch.

Ob beim Essen im Restaurant oder vom eigenen Zelt aus: Im Onguma Tented Camp direkt neben Etosha hat man das Wasserloch immer im Blick.

Damaraland: große Landschaft und große Ohren

Das Damaraland gehört für mich unbedingt zu den Regionen, für die man sich Zeit nehmen sollte. Schroffe Berge, Felsen in allen möglichen Formen und dazwischen diese unglaubliche Weite. Besonders am späten Nachmittag, wenn das Licht wärmer wird, weiß ich manchmal gar nicht, in welche Richtung ich zuerst schauen möchte.

Ein besonderes Erlebnis ist eine geführte Ausfahrt auf der Suche nach den Wüstenelefanten. Mit einem ortskundigen Guide geht es durch die Landschaft und entlang trockener Flussläufe. Und wenn dort plötzlich eine Elefantengruppe auftaucht, wird aus dem vermeintlichen Landschaftstag ganz schnell ein unvergesslicher Safaritag.

Eine Begegnung lässt sich natürlich nicht versprechen – die Tiere leben frei. Gerade das macht die Suche so spannend. Sie in dieser kargen Umgebung zu beobachten, ist für mich immer wieder etwas Besonderes.

Am Abend noch einen schönen Platz zwischen den Felsen finden und der Sonne beim Untergehen zuschauen: Viel mehr Programm brauche ich dann nicht.

Wohnen zwischen roten Felsen – das Mowani Mountain Camp fügt sich wunderschön in die Landschaft des Damaralandes ein.

Erongo: ein Lieblingsplatz zwischen Granitfelsen

Auch das Erongo-Gebirge baue ich sehr gerne in eine Reise ein. Manche Felsen sehen aus, als hätte jemand riesige Steine aufeinandergelegt und anschließend beschlossen: Hält schon!

Zwischen diesen Formationen liegen wunderbare Plätze zum Wandern, Schauen und Durchatmen. Wer gerne zu Fuß unterwegs ist, kann die Landschaft aus einer ganz anderen Perspektive kennenlernen. Und wer lieber auf der Terrasse bleibt, hat je nach Unterkunft ebenfalls einen ziemlich guten Logenplatz.

Damaraland und Erongo kombiniere ich besonders gerne. Beide Regionen haben ihren eigenen Charakter, und unterwegs merkt man schnell, wie abwechslungsreich eine Reise durch Namibia sein kann – auch abseits der bekannten großen Höhepunkte.

Im Erongo Gebirge kann man sehr schön wandern: Spektakuläre Aussicht garantiert

Swakopmund: einmal Seeluft schnuppern

Nach Felsen, Staub und warmen Tagen im Landesinneren wartet in Swakopmund frische Atlantikluft. Plötzlich braucht man vielleicht wieder eine Jacke, spaziert an der Promenade entlang und überlegt, in welchem Restaurant man abends essen möchte.

Ich mag diesen Wechsel. Ein bisschen Nordsee-Feeling ist allerdings schon dabei. Wer die deutsche Küste gut kennt, empfindet Swakopmund deshalb vielleicht als weniger außergewöhnlich als die Wüsten- und Felslandschaften im übrigen Land.

Für einen Stadtbummel, einen Spaziergang am Meer und ein schönes Abendessen kann eine Übernachtung gut ausreichen.

Wer bestimmte Ausflüge unternehmen möchte, bleibt länger. Die kleinen Wüstenbewohner bei einer geführten Tour zu entdecken oder einen Ausflug aufs Wasser zu machen, gibt dem Küstenaufenthalt noch einmal einen ganz anderen Schwerpunkt.

Ein bisschen Nordsee-Feeling mitten in Namibia – am Strand von Swakopmund

Sossusvlei: Sand in den Schuhen gehört dazu

Die Dünen von Sossusvlei hebe ich mir auf dieser Route gerne bis zum Schluss auf. Nach all den bisherigen Eindrücken kommt hier noch einmal ein Landschaftserlebnis, das sich kaum mit etwas anderem vergleichen lässt.

Rötlicher Sand, geschwungene Dünenkämme und die dunklen Bäume im hellen Deadvlei: Man hat die Bilder schon oft gesehen. Dort zu stehen, ist trotzdem etwas ganz anderes.

Hier plane ich mindestens zwei Nächte ein. Der Ausflug in den Nationalpark nimmt mindestens einen halben Tag in Anspruch, häufig auch länger. Die Fahrt zu den Dünen, die Spaziergänge und all die Fotostopps brauchen ihre Zeit. Anschließend gehört für mich kein Ortswechsel mehr auf den Tagesplan.

Stattdessen geht es zurück zur Lodge. Schuhe aus, Sand ausschütteln und die Eindrücke erst einmal wirken lassen. Vielleicht noch eine Runde in den Pool und später den Blick über die Landschaft genießen. Weitergefahren wird frühestens am nächsten Tag.

Für diesen Blick lohnt sich der Aufstieg: Vom Big Daddy schaut man weit über die Dünen von Sossusvlei.

Darf es zum Schluss noch die Kalahari sein?

Wenn es zeitlich passt, lässt sich nach Sossusvlei noch ein Aufenthalt in der Kalahari anschließen. Rote Sanddünen, helle Gräser und dazwischen das Grün einzelner Bäume: Die Farben allein sind schon einen Aufenthalt wert.

Ob die Kalahari dazukommt, hängt vom gesamten Reiseverlauf ab. Wer gerne mehr Orte kennenlernen möchte, freut sich vielleicht über diesen zusätzlichen Landschaftswechsel. Wer lieber länger an den bisherigen Stationen bleibt, lässt die Reise dort gemütlicher ausklingen.

Alles auf einmal muss auch in Namibia nicht sein. Ein guter Grund zum Wiederkommen darf ruhig übrig bleiben.

Roter Sand, weite Landschaft und Giraffen mittendrin – die Kalahari.

Namibia Rundreise in 14 Tagen: Wie lange an welchem Ort bleiben?

An vielen Stationen sind zwei Nächte eine gute Wahl. So bleibt ein ganzer Tag für einen Ausflug und die Umgebung, ohne morgens gleich wieder die Koffer zu packen. Wer zusätzlich einen Tag nur die Lodge genießen möchte, freut sich über eine dritte Nacht.

Manchmal reicht aber auch eine Übernachtung, etwa zum Ankommen nahe Windhoek oder in Swakopmund, wenn keine weiteren Aktivitäten geplant sind. Es kommt auf die Mischung an.

Auch deshalb nenne ich hier bewusst keine feste Liste von Lodges. Eine kleine, persönlich geführte Unterkunft, ein stilvolles Zeltcamp oder eine Lodge mit besonders schönem Ausblick können dieselbe Route ganz unterschiedlich prägen. Was passt, hängt von den eigenen Vorlieben und natürlich auch vom Budget ab.

Wenn meine Kunden von ihrer Reise erzählen, begeistert die meisten besonders, wie sich die Landschaft unterwegs immer wieder komplett verändert. Kaum glaubt man, Namibia ein wenig zu kennen, sieht es hinter der nächsten Kurve schon wieder ganz anders aus. Dazu die Begegnungen mit Tieren und Menschen – da gibt es zu Hause einiges zu erzählen. Und meist viel mehr Fotos zu zeigen als ursprünglich geplant.

Mehr zur passenden Jahreszeit finden Sie in meinem Beitrag „Beste Reisezeit für Namibia“.

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