Viele Reiseanbieter sagen: „Am besten reist man nach Namibia zwischen Juli und September.“ Aber stimmt das wirklich? Aus meiner Erfahrung – ich bin jedes Jahr mehrere Monate vor Ort – kann ich sagen: Namibia ist ganzjährig bereisbar. Jede Jahreszeit hat ihren ganz eigenen Reiz. Und wer bereit ist, die üblichen Reisetipps zu hinterfragen, wird Namibia vielleicht genau dann erleben, wenn es am authentischsten ist.
Hier zeige ich, Monat für Monat, was einen wirklich erwartet – mit Tipps aus erster Hand.
Januar – März: Grüne Wunder & dramatischer Himmel
Die sogenannte „Green Season“ – viele meiden diese Monate wegen möglicher Regenfälle, doch wer das echte, lebendige Namibia erleben möchte, ist jetzt genau richtig. Die Landschaft zeigt sich von einer üppigen, grünen Seite, oft mit spektakulären Wolkenformationen, Gewittern und fantastischen Lichtverhältnissen.
Tierbeobachtungen – vor allem im Etosha-Nationalpark – sind in dieser Zeit schwieriger, da es überall Wasser gibt und die Tiere nicht auf Wasserstellen angewiesen sind. Dafür ist das Land herrlich ruhig, viele Lodges bieten vergünstigte Preise, und man hat viele Strecken fast für sich allein.
Mein Tipp: Ideal für alle, die Natur lieben, gerne fotografieren oder Namibia schon einmal in der Trockenzeit erlebt haben.

April – Mai: Frischer Start in die Trockenzeit
Der April bringt den Wechsel: Schon ab Monatsbeginn ist es meist wieder trocken. Die Landschaft ist noch grün und lebendig, die Tage sind sonnig und warm. Erst Mitte Mai wird es spürbar kühler – dann können die Nächte in manchen Regionen frisch werden.
In manchen Jahren – vor allem wenn es im März besonders viel geregnet hat – kommt es jetzt zu einem besonderen Naturschauspiel: Die Wüste erwacht zum Leben. Zartes Gras wächst zwischen den Steinen, kleine Wildblumen blühen, und das Gras schimmert silbrig-grün, wenn der Wind darüber streicht. Eine Stimmung, die viele Namibia-Reisende so nie erwartet hätten.
Mein Tipp: Wer Namibia ursprünglich, ruhig und mit dieser ganz besonderen Atmosphäre erleben möchte, sollte diese Monate nicht unterschätzen.

Juni – August: Trockenzeit & strahlend blauer Himmel
Jetzt beginnt die klassische Trockenzeit. Die Temperaturen am Tag sind angenehm warm, die Nächte können jedoch sehr kalt werden, besonders im Hochland oder in der Wüste. Der Himmel ist meist strahlend blau, die Luft glasklar, die Bedingungen ideal für Rundreisen.
In dieser Zeit zieht es viele Tiere zu den Wasserstellen – vor allem im Etosha-Nationalpark sind die Chancen auf eindrucksvolle Sichtungen hoch. Allerdings ist es auch die Zeit, in der mehr Reisende unterwegs sind – besonders in den europäischen Sommerferien.
Mein Tipp: Frühzeitig buchen – gerade kleine, inhabergeführte Lodges sind jetzt schnell ausgebucht. Und: eine gute Jacke einpacken – die Nächte können überraschend kalt sein!


September – Oktober: Übergang zur heißen Trockenzeit
Der September ist der Monat, in dem es langsam wieder wärmer wird – besonders in den Nächten. Die Natur bereitet sich auf die heiße Jahreszeit vor und auf die bald beginnende kleine Regenzeit.
Im Oktober erreicht die Trockenzeit ihren Höhepunkt. Die Tierbeobachtungen sind jetzt besonders eindrucksvoll, da viele Tiere sich an den Wasserstellen versammeln. Die Temperaturen steigen, und die ersten Anzeichen der kleinen Regenzeit können bereits im Oktober oder auch erst im Dezember auftreten.
Mein Tipp: Wer wegen der Tierwelt nach Namibia kommt, sollte vor allem den Oktober ins Auge fassen. Dann ist das Licht weich, die Farben intensiv, und die Tierbeobachtungen grandios.

November – Dezember: Die Regenzeit naht – aber nicht überall
Jetzt beginnt langsam die sogenannte „kleine Regenzeit“. Erste Schauer kommen – oft am Nachmittag oder in der Nacht. Nicht jeder Ort bekommt Regen, und nicht jeder Tag ist nass. Viele Regionen sind noch gut bereisbar, die Luft ist warm, aber oft schon spürbar feuchter.
Die Stimmung ist besonders: erste grüne Farbtupfer erscheinen, das Licht wird dramatischer, der Himmel wechselt oft in wenigen Minuten sein Gesicht. Die Hochsaison ist vorbei, die Ruhe kehrt zurück – und mit ihr ein Hauch von Neubeginn.
Mein Tipp: Wer Namibia gerne in einer stilleren, stimmungsvollen Zeit bereist und flexibel bleibt, findet jetzt traumhafte Lodges mit viel Platz – und oft auch zu besseren Preisen.

Fazit: Namibia geht immer – aber anders
Es gibt nicht „die“ beste Reisezeit für Namibia. Es gibt nur die passende Zeit für genau die Wünsche, die man an diese Reise hat. Wer Tiere sehen will, reist in der Trockenzeit. Wer grüne Landschaften und Weite liebt, wird die Green Season genießen. Und wer sich auf das Land einlässt – nicht nur auf das Postkartenbild –, wird zu jeder Zeit eine außergewöhnliche Erfahrung machen.
Wenn du wissen möchtest, wann für dich persönlich die beste Zeit ist, melde dich gern. Ich stelle dir deine Namibia-Reise so zusammen, dass sie zu dir passt – und nicht einfach zum Reisekatalog.